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  • michael marquart

Ehre wem Ehre gebührt

Aktualisiert: Sept 13

Vor kurzem habe ich als Vereinsvorsitzender eine Einladung zu einem Ehren-Empfang erhalten. Da war es wieder das Wort ‚Ehre‘. Ich kann damit nur bedingt etwas anfangen. Vielleicht liegt es daran, dass die Verwendung dieses Begriffs geschichtlich nicht nur positiv besetzt ist. Vielleicht ist ‚Ehre‘ für mich auch ein zu großes Wort, das nur ganz dosiert und in besonders angebrachten Momenten angewendet werden sollte.


Ehrungen für Menschen, die etwas Außerordentliches geleistet haben, finde ich in Ordnung. Jemand, der eine bahnbrechende Entdeckung zum Wohle der Menschheit gemacht hat, soll gerne dafür mit dem Nobelpreis ausgezeichnet werden. Wenn sich Menschen ehrenamtlich jahrelang für andere zum Beispiel in sozialen Projekten oder in der freiwilligen Feuerwehr engagieren - bitte unbedingt ehren. In dem Fall ist das eine gesellschaftliche Verpflichtung. Siegerehrungen für tolle sportliche Erfolge machen ebenfalls Sinn und gehören einfach dazu.


Ehren bedeutet grundsätzlich die Anerkennung einer besonderen Leistung. Mitglieder in Vereinen werden häufig gewohnheitsmäßig für eine langjährige Vereinszugehörigkeit geehrt. Immer noch werden dazu von Vorsitzenden alljährlich in einem mehr oder weniger würdigen Rahmen fleißig Ehrenurkunden überreicht und Ehrennadeln angesteckt. Das obligatorische Foto mit den Geehrten wird dann stolz in der Lokalpresse veröffentlicht.


Eine kritische Hinterfragung dieses tradierten Procedere sei mir bitte erlaubt. Der Grund für die Ehrung eines Vereinsmitglieds, dessen Verdienst allein darin besteht, für einen bestimmten Zeitraum das eigene Hobby (hoffentlich aus Spaß an der Freud‘) im Rahmen des Vereins ausgeübt zu haben, erschließt sich mir nicht. Und auch für fördernde Vereinsmitglieder, die langjährig mit ihrem finanziellen Obolus den Verein unterstützt haben, braucht es nicht unbedingt die Ehrung. Ein ehrliches Danke des Vereins tut’s in diesen Fällen auch.


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