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  • michael marquart

Sänger*innen

Es ist offensichtlich ein Merkmal unserer Zeit, dass Positionen immer öfters ins Extreme laufen. Dadurch besteht die Gefahr, dass der anfänglich richtige und gute Gedanke einer Sache konterkariert wird. Beispiel: Was hat die Darstellung eines schwarzen Königs bei den Sternsingern mit Rassismus zu tun? Auch das sogenannte ‚gendern‘ treibt zuweilen kuriose Blüten, sowohl im gesprochenen, als auch im geschriebenen Wort. Es klingt teilweise schon sprach-akrobatisch, wenn Moderatoren versuchen, das Gendersternchen über eine kleine Kunstpause hörbar zu machen.


Auch der Kabarettist Dieter Nuhr mahnt in gewohnt satirischer Weise, es sich heutzutage wohl zu überlegen, wenn man ankündigt, dass man zum Arzt oder zum Bäcker gehe, wenn es sich tatsächlich um eine Ärztin oder Bäckerin handele.


Auch beim Schreiben meiner Texte fällt mir die korrekte Formulierung nicht immer leicht. Es bedarf ab und zu schon der ein oder anderen Satzwindung, um der zumeist männlich geprägten Bezeichnung zu entkommen, so dass jede/r/s, das Gefühl hat, dass er/sie/es auch gemeint ist.


Unbeachtet von dieser öffentlichen Diskussion um geschlechtliche Neutralität bleiben viele Vereinsbezeichnungen bisher unverändert maskulin. Gesangvereine, zum Beispiel, haben eine lange Tradition und entstammen einer noch Männer-dominierten Welt. Heutzutage jedoch singen weit mehr Frauen als Männer. Dies tun sie dann in Vereinen unter dem Namen Sängerlust oder, wie bei uns, Sängerbund.


Das wiederum klingt für mich schon etwas aus der Zeit gefallen. Eine Diskussion über die Änderung in einen modernen und zeitgemäßen geschlechtsneutralen Vereinsnamen fände ich da durchaus berechtigt. Auch einige Verbandsorganisationen haben da noch Nachholbedarf und könnten beispielhaft vorangehen.



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