top of page
Suche
  • AutorenbildClaudia Kummlin

Sängerruhe

Vergangenes Wochenende war ich seit längerer Zeit mal wieder in meiner Heimatstadt Freiburg. Beim Spazierengehen durch die St. Georgener Weinberge – im badischen Volksmund liebevoll „Rebberg“ genannt – bin ich zufälligerweise an einem vertrauten Platz aus meiner Kindheit/ Jugend vorbei gekommen, und zwar der sogenannten 'Sängerruhe'.


Die 'Sängerruhe' ist eine Schutzhütte mit Grillplatz und Gedenkstein zu Ehren der in den beiden Weltkriegen gefallenen Sänger des Männergesangvereins Freiburg St. Georgen. Der Gedenkstein wurde 1923 am Waldrand des Schönbergs mit wunderschöner Aussicht über Stadt und Land errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Inschrift erweitert und lautet jetzt „Den Toten beider Weltkriege 1914/18 und 1939/45“.

Jedes Jahr am Volkstrauertag singt der Männerchor am Ehrenmal und gedenkt seiner gefallenen und verstorbenen Mitglieder.


Als Kind und Jugendliche war mir diese tiefe Bedeutung überhaupt nicht bewusst. Die 'Sängerruh' - wie sie von der Bevölkerung umgangssprachlich genannt wird - war für uns ein Treffpunkt: man ging Spazieren bis zur 'Sängerruh‘, man verabredete sich mit Freunden an der 'Sängerruh‘, man feierte Grillfeste an der 'Sängerruh‘. Ein Ort des geselligen Zusammenseins, der gerne auch von den St. Georgener Vereinen für ihre Saisonabschlussveranstaltungen genutzt wurde.


Heute erlebt der Begriff ‚Sänger(*innen)ruh‘ eine ganz neue Bedeutung. Im April werden es sechs Monate, dass unser Chor und unser Vereinsleben situationsbedingt ruhen. Eine Zwangspause, deren genaues Ende derzeit noch nicht absehbar ist. In der Ruhe liegt die Kraft heißt es. Die brauchen wir dann für einen hoffnungsfrohen Neustart.


80 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Geselligkeit

Wer gern Fußball spielt, geht in einen Fußballverein. Im Musikverein engagieren sich Menschen, die gerne musizieren und wer sich einem Chor anschließt, sollte es mögen, in seiner Freizeit zu singen. S

Wo man singt da lass dich nieder,

...denn böse Menschen haben keine Lieder. Dieser bekannte Spruch wird dem deutschen Schriftsteller Johann Gottfried Seume (1763-1810) zugeordnet und stammt abgewandelt aus einem seiner Gedichte. Der S

Aktiver Sänger

In meinen Anfangsjahren im Männerchor, vor mittlerweile gut 40 Jahren, durfte ich den damaligen Vorsitzenden Walfried Giegerich zu den üblichen Jahresversammlungen des Maintal-Sängerbundes oder des Sä

Comments


bottom of page