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  • Autorenbildmichael marquart

Aktiver Sänger

In meinen Anfangsjahren im Männerchor, vor mittlerweile gut 40 Jahren, durfte ich den damaligen Vorsitzenden Walfried Giegerich zu den üblichen Jahresversammlungen des Maintal-Sängerbundes oder des Sängerkreises begleiten.


Es war noch die Zeit, in der die Vereine allgemein, so auch die Gesangsvereine, in den Dorfgemeinschaften eine größere Bedeutung hatten, als dies vielleicht heute der Fall ist. Diese Zusammenkünfte wurden von den anwesenden Vorständen mit einer gewissen Wichtigkeit zelebriert. Und ich war als junger Kerl schon ein bisschen stolz darauf, dabei sein zu dürfen.


Bei solchen Anlässen wurde auch gerne immer wieder vom ‚aktiven Sänger‘ gesprochen (Sängerinnen gab’s damals in dieser noch von Männern dominierten Chor-Welt kaum).


‚Aktiver Sänger‘ ist stilistisch ähnlich einzuordnen, wie 'kaltes Eis' oder 'nasser Regen'. Der Deutschlehrer würde hier wahrscheinlich von einem Pleonasmus sprechen. Wobei es damals lustigerweise auch die Bezeichnung 'passiver Sänger' gegeben hat, was in der Stilmitteleinordnung als Oxymoron durchgehen könnte.


Damit aber genug der Schlaumeierei: Unterschieden wurde mit diesen Begrifflichkeiten nach heutigem Verständnis zwischen aktiven, beziehungsweise fördernden Vereinsmitgliedern.


Angesichts unseres geplanten Jahresprogramms, wie der konsequenten Erweiterung unseres Repertoires, einem musikalischen Adventskalender und der Durchführung von zwei eigenen Veranstaltungen dürfen wir uns allerdings im wahrsten Sinne des Wortes als aktive Sängerinnen und aktive Sänger bezeichnen. In dem Fall ist die Bedeutung aber eine andere.


Die Alternative dazu wäre Passivität im Verein. Sich erstmal auf dem Erreichten ausruhen, nach einem fordernden Jubiläumsjahr. Mal eine Weile nix machen. Nur so a bisserl singen halt, einmal wöchentlich. Kann man machen, birgt aber Gefahren für den Chor. Allzu schnell gewöhnt man sich an den Trott des sanften Nichtstuns.


Sich dagegen neuen Aufgaben stellen, erreichbare Ziele setzen, eine gewisse Spannung halten und damit als Gemeinschaft im Verein aktiv bleiben. Das ist unsere Aufgabe und gleichzeitig ständige Herausforderung. Aktivitäten jeglicher Art halten fit, körperlich und/oder geistig. Es lohnt sich also, dran zu bleiben und so lange als möglich wirklich aktive Sänger*innen zu sein.

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