Ausblick
- michael marquart

- 8. Juni
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Aktualisiert: 23. Juni
In den Pfingstferien waren meine Frau und ich in der Stadt Salzburg. Kulturangebote gibt es da reichlich. 30 Minuten beste klassische Orgelmusik um die Mittagszeit im Dom ist da schon nichts Besonderes. Immerhin haben sich an diesem Werktag ca. 250 Menschen dazu entschieden, dieses Konzert zu besuchen und so dem Lärm der Straße kurzzeitig zu entfliehen.
Gerade jetzt erst war eine Abordnung unseres gemischten Chores ‚Cantiamo‘ in München. Der Bayerische Rundfunk hatte uns zur Generalprobe des Oratoriums ‚The Dream of Gerontius‘ des britischen Komponisten Edward Elgar unter der Leitung von Sir Simon Rattle im Herkulessaal der Münchner Residenz eingeladen. Eindrucksvoll.
Bei solchen Gelegenheiten werden einem wieder mal die vielfältigen kulturellen Angebote bewusst, die es in einer größeren Stadt gibt - über alle Genres hinweg. Und die auch in einem städtischen Umfeld zumeist ihr Publikum finden.
Auch wir in unserer Region können uns sicher nicht beschweren, was die Auswahlmöglichkeiten an Veranstaltungen angeht - gerade mit unserer Nähe zu Aschaffenburg und mit der Anbindung an das Rhein-Main-Gebiet. Dagegen gibt es anderswo in Deutschland ganz viele abgelegene Ecken in der Provinz, wo es kulturell richtig düster aussieht.
Vor Jahrzehnten waren bei uns auf dem Land die Musik- und Gesangvereine die ‚Kulturträger‘ vor Ort und nahezu konkurrenzlos. Deren Liederabende oder Konzerte wurden von der Bevölkerung dankbar angenommen. Diese Zeiten sind lange schon passé.
Heute ist es ungleich schwieriger (s)ein Publikum vor der Haustür zu erreichen und gleichzeitig zu motivieren zu einer Veranstaltung des örtlichen Vereins zu kommen. Gründe dafür gibt es reichlich. Die Bevölkerung ist inhomogener. Nicht nur die Vielfalt, sondern auch die Qualität der Angebote ist gestiegen und damit auch die Ansprüche der Kultur-Interessierten. Bedingt durch eine höhere Mobilität ist man gerne bereit, für einen Veranstaltungsbesuch ein paar Kilometer zu fahren und die Ortsgrenzen zu verlassen.
Aber auch für diejenigen, die erst gar nicht mehr aus dem Haus gehen möchten und bequem auf der Couch sitzen wollen, bietet die heutige Medienwelt unendlich viele Möglichkeiten der Zerstreuung.
Alles in allem also viel Wettbewerb. Ein schlechter Ausblick für den örtlichen Gesangverein? Nun - wir glauben fest daran, dass es immer noch ausreichend Menschen in Eisenbach und Obernburg gibt, die die Angebote der örtlichen Vereine zu schätzen wissen und der Überzeugung sind, dass diese eine Ortsgemeinschaft bereichern.

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