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  • Autorenbildmichael marquart

By Heart


Von Herzen wünsche ich euch und euren Familien ein gutes neues Jahr. Tragen wir mit unseren Möglichkeiten dazu bei, dass es im positiven Sinn gelingen möge. Ganz nach dem Satz des griechischen Philosophen Epiktet: „Mache das Beste aus dem, was in deiner Macht steht, und nehme den Rest, wie es kommt.“


Mit Herz und Verstand etwas tun oder mit Herz und Seele bei der Sache sein: das Herz steht für Gefühle oder Leidenschaft. Und das gehört beim Singen unbedingt mit dazu. "Ich singe dir mit Herz und Mund" lautet zum Beispiel der Titel eines alten evangelischen Kirchenliedes.


Herz heißt auf Englisch ‚heart‘. Etwas auswendig lernen - ‚to learn it by heart‘. Das finde ich interessant. Etwas ‚mit dem Herzen lernen‘ oder ‚verinnerlichen‘ klingt doch allemal angenehmer und freundlicher als etwas ‚büffeln‘ oder ‘pauken‘ zu müssen, bis man es schließlich kann.


Die meisten Laien-Chöre singen ihr Unterhaltungs-Repertoire auf der Bühne von Noten ab. Das ist schade und schaut manchmal sogar recht lustig aus. Vor allem, wenn einzelne Stimmen lediglich Begleitmuster, wie tum, tum, tum o.ä. zu singen haben.


Der konzentrierte Blick in die Mappen führt dazu, dass einige Sängerinnen und Sänger so intensiv da hineinschauen, dass sie kaum noch wahrnehmen, was um sie herum passiert. Der Auftritt wirkt dadurch oft statisch, der Kontakt zur Chorleitung leidet. Und: auch das Publikum bleibt dabei außen vor, der Funke springt nicht über. Erst vor wenigen Wochen konnte ich das bei einem Konzert beobachten.


Ich muss ehrlicherweise eingestehen, dass auch ich im Chor eine gewisse Bequemlichkeit an den Tag lege, was das auswendig Singen angeht. In meiner Band ist das anders, da brauche ich keine Texte oder Noten. Und das für das komplette Repertoire von weit mehr als 30 Liedern. Es geht also.


‚Learning by heart‘ – das kann, oder besser, das soll unser Chor-Motto für das Jahr 2024 sein. Ich weiß, dass es bei manchen eine Art inneren Widerstand gibt, ohne Noten zu singen. Auf der anderen Seite haben wir alle bereits immer wieder erfahren dürfen, wie befreiend das sein kann. Ein weiterer Vorteil ist nicht zu unterschätzen: auswendig lernen und singen ist das optimale Gehirn-Jogging.


Ich kann nur dazu ermuntern, sich mit einer positiven Einstellung darauf einzulassen und es auszuprobieren. Alle, die es tun, werden es mögen und dadurch viel leichter die Herzen des Publikums erreichen.


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