Suche
  • michael marquart

Demut

Dieser Tage wurde mir von privat eine historische Aufnahme vom Männerchor des Sängerbund Eisenbach aus dem Jahr 1923 überlassen. Es zeigt den Chor zu dessen 50-jährigen Vereinsjubiläum. Mit ernster und wichtiger Miene posieren 53 Männer für ein Gruppenbild. Natürlich mit Vereinsfahne. Dem Bild war noch das musikalische Programm der Jubiläumsveranstaltung im Bayerischen Hof beigefügt.


Fast 100 Jahre ist das nun her. Beim genauen Betrachten dieser historischen Aufnahme gingen mir einige Gedanken durch den Kopf. Wir sind alles Menschen unserer Zeit. Für diese Männer damals war der Sängerbund ‚ihr‘ Verein. Vorher und vor allem danach aber gab es viele weitere Menschen, die den Sängerbund geprägt und die dort gesungen haben.


Heute sind wir es, die das Vereinsleben gestalten und die für den Verein stehen. Mit unserem auf die Gegenwart bezogenen Denken, gerät die beachtliche Historie jedoch allzu leicht in Vergessenheit. Wir sollten uns bewusst sein, dass uns der Sängerbund Eisenbach 'nicht gehört‘. Wir ‚dürfen‘ lediglich mit unseren Aktivitäten den Verein über eine gewisse Zeitspanne mit Leben füllen. Bei mir jedenfalls macht sich da eine gewisse Demut bemerkbar.


Die Zeiten haben sich geändert. Die Ansprüche und Herausforderungen für (Gesang-)Vereine sind gewachsen. Für mich als Mitglied des Vorstandes erwächst aus der obigen Betrachtung das Verantwortungsgefühl mit den gegebenen Möglichkeiten und meinem Handeln die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass es den Sängerbund auch dann noch gibt, wenn wir einmal nicht mehr sind.



98 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Bald starten wir wieder. Nach den Osterferien soll es endlich wieder losgehen mit den regelmäßigen Chorproben. Dann gibt es auch keine Corona-‚Ausreden‘ mehr. Nein – Vorsicht! , Ausrede‘ trifft es gan

Ich habe schon einige Wochen nichts mehr veröffentlicht in diesem Blog. Schreibblockade sozusagen. Ein weißes Blatt vor mir und keine Zeile will gelingen. Entweder es geht einfach oder es geht einfach

Ich mag es. Draußen, die vielen Lichter in den Wochen vor Weihnachten. Morgens, wenn es noch dunkel ist und ich zum Bäcker gehe oder wenn ich am Abend noch einen kleinen Spaziergang im Ort mache, funk