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  • michael marquart

Entwöhnung

Deutschland ist ein Land der Vereine. Jeder zweite soll angeblich Mitglied in einem Verein sein. Hier gilt es zu unterscheiden zwischen den aktiven und den fördernden Mitgliedern. Letztere unterstützen mit einem finanziellen Beitrag den Vereinszweck, treten aber sonst nicht weiter in Erscheinung.


Ich bin gespannt, wie sich die Corona-Einschränkungen auf das Engagement mancher aktiven Vereinsmitglieder auswirken werden und welche Spuren das Virus bei einzelnen Vereinen hinterlassen wird.


Viele ehrenamtliche und freizeitliche Aktivitäten, wie zum Beispiel das regelmäßige Besuchen von Chorproben, die stetige Betreuung einer Jugendmannschaft im Sport oder das wöchentliche Kicken in der Fußballmannschaft, werden von manchen zu einem Teil bestimmt auch gewohnheitsmäßig ausgeübt. Plötzlich enstand dann dieser Bruch, der zu dieser andauernden Zwangspause geführt hat. Die 'Gefahr': man spürt, dass es auch 'ohne' geht, verfällt einer gewissen Bequemlichkeit und gewöhnt sich um.


Während viele Bereiche der Gesellschaft schon langsam wieder 'angeschaltet' werden, kann diese 'vereinslose' Zeit bei den Gesang- oder Amateursportvereinen durchaus noch länger andauern. Singen in geschlossen Räumen z.B. ist solange nicht vorstellbar, solange es keine verlässlichen Schnelltests, kein wirksames Medikament oder einen Impfstoff gegen Codiv19 gibt.


Diese ‚vereinslose‘ Zeit birgt durchaus die Gefahr, dass sich der eine oder die andere von ihrem Hobby nach und nach entwöhnt. Das Ganze hat das Potential ein Vereinsbild deutlich zu verändern. Gegen diese Entwöhnung helfen nur: Leidenschaft und Überzeugung bei der Ausübung seiner Freizeitbeschäftigung.


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