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Solisten

  • Autorenbild: michael marquart
    michael marquart
  • 12. Sept. 2020
  • 1 Min. Lesezeit

Derzeit fühlen wir uns als Sängerinnen und Sänger wie viele kleine Solistinnen und Solisten. Der geforderte weite Abstand von zwei Metern zwischen den einzelnen Personen führt dazu, dass man selbst vor allem seine eigene Stimme besonders gut hört. Andere Stimmen sind in die Ferne gerückt. Der individuelle Eindruck eines harmonischen Gesamtklangs leidet.


Ein Chor bildet im Normalfall einen Klangkörper, eine Einheit sozusagen. Singen in einer Chorgemeinschaft bedeutet möglichst nah beieinander zu stehen, vor allem in der eigenen Stimmgruppe. Das verleiht vor allem denjenigen Sicherheit, die sich gern an vertrauten führenden Stimmen anderer Chormitglieder orientieren.


Mit dem Gebot Abstand zu halten entfällt diese Absicherung nun. Man singt erstmal für sich allein. Dieses für die meisten fremde und ungewohnte Klanggefühl hat schon dazu geführt, dass manche vorerst nicht mehr in die Probe kommen und auf ein Ende des 'Distancing' warten.


Das kann ich einerseits verstehen, andererseits bietet diese neue Situation aber auch eine Chance, zum Beispiel in der Distanz zu anderen seine eigene Stimme besser kennenzulernen und bewusster wahrzunehmen. Mit etwas Mut lässt sich dadurch mehr Zutrauen in die eigenen stimmlichen Möglichkeiten gewinnen.


Dieses Selbstvertrauen wächst nicht von heute auf morgen. Aber bitte nicht so schnell aufgeben: die Abstände werden uns schon noch eine Zeitlang erhalten bleiben. Ausreichend Zeit für solistisches Üben wird es also in den kommenden Monaten noch geben.


 
 
 

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