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  • michael marquart

Jodler

Wir wissen: von klein auf ist Singen wichtig für die frühkindliche Entwicklung. Ich stimme Sybille zu: wenn Begegnungen mal wieder möglich sein werden, sollten wir junge Familien dabei unterstützen gemeinsam mit ihren Kindern zu singen. Wichtig ist es, schon mal zu verstehen, dass die Stimmen der (Groß-)Eltern und das echte Erleben von Gemeinsam-Singen nicht durch das Vorspielen gestreamter Kinderliedchen aus dem Netz ersetzt werden können.


Ich erinnere mich, dass ich schon immer gesungen habe. Dabei hat mir das niemand wirklich vorgemacht oder vorgelebt. In einem Bild, das ich vor mir habe, sitze ich als kleines Kind auf Treppenstufen im Hausflur und habe ganz verträumt so vor mich hingesungen. Meistens ohne Text, nur irgendwelche Phantasielaute.


Mich fasziniert, dass gerade im alpenländischen Raum immer noch recht viele junge Menschen den Zugang zu traditioneller Volksmusik finden. Der Samen wird hier von Kindheit an gelegt, indem Kinder ihre Eltern beim gemeinsamen Musizieren erleben. In dieser Region haben sich noch viele kleine Musikgruppen erhalten, bei denen neben der Instrumentalmusik auch der Gesang in kleinerer Besetzung eine wichtige Rolle spielt.


Übrigens: Typisch für diese Art Volksmusik sind bekanntermaßen Jodler in allen Variationen. Sybille hat in ihrem Beitrag Zwischen Kopf und Brustregister mit Beispielen verdeutlicht, wie es gelingen kann die Kopfstimme zu entdecken. Das funktioniert auch über das Jodeln. Diese Gesangstechnik basiert ebenfalls auf einem Wechsel zwischen Brust- und Kopfstimme.


Das Jodel-Seminar, von Loriot vor Jahrzehnten noch scherzhaft und in bester Manier zu einem gelungenen Sketch verarbeitet, gibt es mittlerweile schon vielfach als touristisches Angebot. Aber ein Jodel-Diplom im Urlaub braucht's nicht unbedingt. Das geht auch zu Hause. Probiert es einfach mal aus.


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